Villa HA: "Ein Hauch von Sommerfrische"

Design: steininger.designers, Fotos: Schmid Baugruppe Holding GmbH, Text: Barbara Jahn

EIN HAUCH VON SOMMERFRISCHE
Elegantes Weiß erhebt sich über dem funkelnden Blau des Wassers: Die neugebaute Villa, die sich in die Perlenkette architektonischer Schönheiten an den Ufern des Attersees einreiht, wurde von Interiordesigner Martin Steininger veredelt.

 

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei: Für das Interiordesign einer prachtvollen Seevilla war Martin Steininger die erste Wahl für den selbst sehr gestaltungs- und qualitätsaffinen Bauherrn, der nach zwei vorangegangen Konzepten endlich den Richtigen für diese anspruchsvolle Aufgabe gefunden hatte. Auftraggeber und Designer waren sofort auf einer Wellenlänge: Purismus im Ansatz, Minimalismus in der Materialität.

Lage: Attersee, Oberösterreich
Realisierung: 2022

DIE KUNST DER REDUKTION

Das Gebäude besticht durch seine elegante, klare Einfachheit, die von einer raffinierten Lebendigkeit von Vor- und Rücksprüngen durchbrochen wird. Weiße keramische Platten changieren mit langgestreckten Fensterbändern und großzügigen Öffnungen und erzeugen eine beeindruckende Horizontalität. Aus der Vorgabe dieser architektonischen Hülle heraus ergab sich auch das Konzept für die Innenräume, das in enger Abstimmung Martin Steiningers mit dem Architekten entstand. 

 

EINE BÜHNE BIETEN

Maximale Zurückhaltung in Farbe und Material war der explizite Wunsch des Auftraggebers. Um den offenen Raumfluss, der das gesamte Haus durchströmt, nicht zu unterbrechen, setzte Martin Steininger mit seiner ganzheitlichen Designphilosophie an. Eigentlicher Ausgangspunkt war die Küche, realisiert als STEININGER ROCK, die mit ihrem weißen Stein optisch an die Fassade anknüpft. Doch bald kam eines zum anderen, was keineswegs überraschend ist. Denn Martin Steininger hält nichts davon, in kleinen Einheiten zu denken, und bevorzugt Übergänge, die eine Handschrift tragen. 

 

„Das Monochrome lässt einzelne Stücke wie Bilder, Vasen oder Solitäre besonders gut in Szene setzen. Die Bewohner können auf diese Weise selbst gestalten und auch den einen oder anderen modischen Akzent setzen.“ Martin Steininger

 

Alle Bereiche des Hauses – vom Eingangsbereich über die Wohn- und Schlafräume bis zu den Bädern und Terrassen – aus eine Guss wirken zu lassen war das angestrebte Ziel. Um das zu erreichen, versuchte Martin Steininger möglichst viel unsichtbar zu machen und machte sich die Kubatur der Architektur zunutze. Fast schon wie durch Zauberhand öffnen sich Faltelemente und verbinden zwei Bereiche wie Bad und Schlafzimmer zu einer thematischen Einheit. Türen von Schränken können versenkt werden und lassen Stauräume wieder von der Bildfläche verschwinden. Einzig und im bewussten Kontrast zu den überwiegend weißen Flächen im Haus steht der warme, dunkle Fussboden sowie die Wandverkleidungen und festeingebaute Möblierung aus sattem, cognacfarbenen Eichenholz.

 

HINTER DEM HORIZONT

Sämtliche Innenräume werden in einer holistischen Gestaltung erfasst, die jegliche Grenzen völlig aufgelöst. Sogar auch die, die nur gedacht sind. Das ist nicht zuletzt auch der Architektur geschuldet, die in erster Linie auf den Blick über den See fokussiert und diese Offenheit förmlich zelebriert. Wie selbstverständlich geht hier das eine in das andere über: von innen nach außen, von oben nach unten. Diese nahtlosen Überlagerungen gelingen durch raffinierte Detaillösungen: So wird der Luftraums durch eine über die verschiedenen Ebenen kontinuierliche Wandverkleidung einbezogen und maßgeschneiderte Möbelstücke wie ein der Kaminschrank, der mit seiner weißen Keramikschale die Gebäudehaut durchdringt, schlagen eine räumliche Brücke. 

 

„Es kommt nicht darauf an, wie viele Materialien man einsetzt. Worauf es wirklich ankommt, ist eine herausragende Qualität.“ Martin Steininger

 

Einmal mehr zeigt sich in diesem Projekt das Fingerspitzengefühl von Martin Steininger, mit dem er seine Visionen umsetzt. Die Liebe zum Detail, das oft im Verborgenen bleibt, und das Gespür, einen harmonischen roten Faden zu finden, lassen sich hier auf vielfältige Art und Weise entdecken. Seinem Prinzip, stets das Ganze zu sehen und dadurch räumliche Großzügigkeit entstehen zu lassen, ist er auch bei der Villa am Attersee treu geblieben. Was unter dem Strich aber besonders zählt, ist das Gemeinsame: die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, der die Qualität – von Design über Handarbeit bis zur Umsetzung – ehrlich zu schätzen wusste, aber auch der unschlagbare Teamgeist von STEININGER als fundamentale Basis für außergewöhnliche Projekte wie dieses.